Das Strahlen in den Augen
Es war viel los auf dem Kunstrasenplatz am Hagenbachstadion. Am vergangenen Wochenende hatten die Schwäbisch Hall Unicorns Footballerinnen aus ganz Deutschland zum Fall Camp (Herbstcamp) eingeladen. Mehr als 80 Frauen waren für diese zwei Tage nach Hall gekommen.
Spielerinnen der Unicorns waren dabei, die anderen 60 kamen von Vereinen aus ganz Deutschland: von den Mannheim Banditaz, von den Braunschweig Lions, von den Erlangen Sharks, von den ifm Razorbacks Ladies aus Ravensburg oder von den Leipzig Hawks, um nur einige Vereine zu nennen. Die Schwäbisch Hall Unicorns hatten das Trainingscamp angeboten, um Frauenfootball zu fördern. Dieser ist längst noch nicht so entwickelt wie der Männerfootball. „Es geht hierbei null um Rekrutierung, sondern darum, Frauenfootball besser zu machen“, beschreibt Felix Taschner, der neue Head Coach der Schwäbisch Hall Unicorns Women die Intention. Deshalb war das Camp auch für Frauen gedacht, die bereits über Footballerfahrung verfügen.
Wie stark die Unterschiede zwischen Männer- und Frauenfootball sind, erkennt man allein daran, wie viele den Sport ausüben. „Das Hauptthema bei allen Vereinen ist, dass sie zu wenig Spielerinnen haben“, so Felix Taschner. Nur in der GFL Women wird elf gegen elf gespielt, in der 2. Bundesliga stehen sich je neun Frauen gegenüber, in der Aufbauliga wird gar nur sieben gegen sieben gespielt. „Einige Frauen, die hier dabei sind, haben noch nie elf gegen elf gespielt“, verdeutlicht Felix Taschner. Das sollte sich am vergangenen Sonntag ändern. Beim Abschluss wurde ganz bewusst im elf gegen elf trainiert.
Im Auto übernachtet
Vermutlich auch deshalb war das Interesse am Camp der Unicorns groß. Dafür haben die Frauen von außerhalb viel auf sich genommen, auch finanziell. Neben den 60 Euro für das Camp mussten auch die Übernachtungen organisiert werden. Manche, so berichtet Felix Taschner, haben im Auto geschlafen, um Kosten zu sparen - bei Nachttemperaturen um die null Grad. Aber die Frauen wollten unbedingt dabei sein. „Die Motivation ist riesig. Man sieht das Strahlen in den Augen“, meint Felix Taschner. Der Blick auf den Platz bestätigte das. Aufgeteilt nach Positionen wurde trainiert. Für die Inside Linebackers war unter anderem Tobias Löffler zuständig. Dieser ist selbst Linebacker beim GFL-Männerteam der Unicorns. „Bei uns sind neun Frauen, alle von außerhalb.“ Und diese waren extrem aufmerksam bei den Einheiten. War etwas unklar, gab es kurze, präzise Nachfragen, dann wurde die Theorie in die Praxis umgesetzt.
Die Schwäbisch Hall Unicorns stellten für das Camp die allermeisten Coaches. Dabei waren unter anderem nicht nur der scheidende Head Coach der Unicorns-Frauen Pete Rohr und der neue Head Coach Felix Taschner, sondern auch Männer-GFL-Head Coach Felix Brenner, der für die Quarterbacks zuständig. Auch Ian Gehrke und Daniel Graf waren dabei. Mit einem Lächeln berichtet Felix Taschner, dass Runningback Jerome Manyema erstmals als Coach auf dem Platz stand. „Jerome kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus, er sprach von einer megageilen Erfahrung.“ Auch die Resonanz der Footballerinnen war sehr gut. Auf dem Instagram-Kanal der Unicorns-Frauen gibt es einige lobend Kommentare von Teilnehmerinnen zu lesen.
Unicorns planen für die GFL Women
Bei den Haller Footballerinnen laufen die Planungen für die kommende Saison. Head Coach Felix Taschner ist hochzufrieden, dass bereits jetzt rund 30 Frauen regelmäßig im Training sind. Zudem gebe es elf Coaches für das Frauenteam - auch das ist eine starke Anzahl. Die vergangenen Saison war eine sehr schwierige für die Unicorns-Frauen. Nach dem Weggang von Head Coach Mike Gentili verabschiedete sich auch ein Großteil des Meisterteams. So verloren die Unicorns 2025 jedes Spiel, erst zum Saisonabschluss gelangen ihnen die ersten Punkte. In der neuen Saison sollen die Unicorns-Frauen stabiler auftreten, so Felix Taschner. Unklar ist noch, wie die GFL Women aussehen wird. Im Süden gibt es nur noch sehr wenige Teams, die Interesse beziehungsweise die Spielerinnenmenge haben, um GFL und damit elf gegen spielen zu können. Eine eingleisige GFL wäre zwar möglich, allerdings mit enormen Fahrtkosten verbunden.
Ein herzliches Thank U an Hartmut Ruffer und unseren Medienpartner Haller Tagblatt, dass wir den Artikel auf unicorns.de veröffentlichen dürfen.