Hinter den Unicorns liegt trotz des verlorenen Endspiels eine erfolgreiche Saison, in der sie sich mit ihrer Siegesserie in die Geschichtsbücher des deutschen Sports eingetragen haben. Daneben entstanden in der Spielzeit 2019 aber noch weitere bemerkenswerte Zahlen.

 

Nachdem sich die Schwäbisch Hall Unicorns in den vergangenen Jahren immer über eine Steigerung ihrer Zuschauerzahlen freuen durften, mussten sie 2019 einen leichten Rückgang der Besucherzahl im OPTIMA Sportpark hinnehmen. Der Grund dafür lag schlicht im schlechten Wetter, das bei den ersten vier Heimspielen herrschte. „Wir hatten in der Hinrunde den Eindruck, dass Petrus ein persönliches Problem mit uns hat“, scherzt der Unicorns-Vorsitzende Jürgen Gehrke. „Auch wenn die Woche über schönes Wetter war, setzte an jedem Heimspielsamstag kurz vor dem Kickoff mehr oder weniger heftiger Regen ein.“

 

Das Resultat war nach vier Spielen ein Zuschauerschnitt von nur 1.575, der allerdings bis zum Saisonende noch auf 2.131 verbessert werden konnte. Dazu beigetragen haben ein neuer Haller Zuschauerrekord beim Heimspiel gegen Frankfurt Universe (3.284) und die gut besuchten Playoff-Partien gegen die Berlin Rebels (2.897) und die Dresden Monarchs (3.156). Insgesamt besuchten 19.182 Zuschauer die Heimspiele der Unicorns, 647 weniger als 2018 (minus 3,3%).

 

Mit dem Schnitt von 2.131 Zuschauern liegen die Haller in der GFL auf dem vierten Rang hinter Braunschweig (3.308), Dresden (3.108) und Frankfurt (2.402). „Das ist für uns eine sehr gute Platzierung“, sagt Jürgen Gehrke. „Gemessen an den Einwohnerzahlen der vor uns platzierten GFL-Standorte sind wir der heimliche Zuschauermagnet in der GFL.“

 

Immer interessanter gestalten sich die Nutzerzahlen beim Livestream der Unicorns. Das Team des Haller Livestream-Chefs Sven Löffler übertrug jedes Heimspiel im Internet und erreichte damit in dieser Saison 50.749 sogenannte Unique User (Anzahl Endgeräte, die einen Stream aufrufen). Das entspricht 5.639 Unique User pro Spiel, was mehr als doppelt so viele als im Vorjahr (2.745) sind. Die höchste Zuschauerzahl erreichte auch hier das Spiel gegen Frankfurt Universe mit 9.900 Unique Usern.  

 

Sehr gut entwickeln sich auch die Zahlen der Unicorns-Follower in den sozialen Medien. In dieser Woche knackte man auf Facebook die Marke von 25.000, was ein Plus von 8,5% gegenüber dem Oktober im Vorjahr (23.075) darstellt. Noch stärker wuchs die Zahl auf Instagram: 16.600 Fans folgen dort derzeit den Haller Footballern - eine Steigerung um 53,7%  (2018: 10.800).

 

Die während der Saison 2019 wohl prominenteste Zahl war die der Haller Siegesserie. Holten sich die TSG-Footballer mit 34 Siegen in Folge nach der Saison 2018 bereits den Rekord im deutschen Footballsport, so sorgten sie 2019 mit ihrem Erfolg bei den Stuttgart Scorpions für Aufsehen in der gesamten deutschen Sportlandschaft. Nachdem man in Sachen Siegesserie in einer deutschen Mannschaftsport-Bundesliga eine Woche zuvor mit den bisherigen Rekordhaltern, den Handballern des THW Kiel gleichgezogen war, setzte man sich mit dem Spiel in der Landeshauptstadt mit 41 Siegen alleine an die Spitze dieser Statistik. Bis zum Halbfinale sollten neun weitere Erfolge hinzukommen, sodass die Unicorns mit 50 Siegen in Folge deutsche Sportgeschichte geschrieben haben.    

 

Dieser Rekord kann auch für Halls Head Coach Jordan Neuman und Defense Coordinator Johannes Brenner in die Geschichtsbücher eingetragen werden. Sie hatten ihre Ämter nach Ende der Saison 2016 übernommen und mussten in diesen Funktionen im German Bowl XLI am vergangenen Samstag erstmals eine Niederlage einstecken.

 

In den 41 Jahren, in denen der German Bowl ausgetragen wird, haben bislang nur 17 Vereinen den Sprung in das Endspiel um die Deutsche Footballmeisterschaft mindestens einmal geschafft. Mit nun acht Endspielteilnahmen haben sich die Schwäbisch Hall Unicorns auf den dritten Platz in der Liste der meisten Bowl-Teilnahmen geschoben. Dort rangiert man gemeinsam mit den Berlin Adler, Hamburg Blue Devils und Ansbach Grizzlies. Angeführt wird die Liste vom deutschen Rekordmeister (zwölf Titel) aus Braunschweig mit 18 Endspielen, gefolgt von den Düsseldorf Panther mit neun Teilnahmen.

 

Die sportlichen Zahlen werden in der Teamstatistik der GFL in 34  Kategorien akribisch aufsummiert. In sieben davon belegen die Unicorns 2019 den ersten Platz, in 14 weiteren rangieren sie auf dem zweiten oder dritten Platz. Ligaprimus sind sie unter anderem bei den erzielten Punkten (44,8 pro Spiel), bei den abgefangenen Pässen (26 von denen sechs in Touchdowns verwandelt werden konnten) und bei der Verteidigung auf den letzten 20 Yards vor der eigenen Endzone (Red-Zone-Defense). An dem letztgenannten Spitzenplatz hat auch die starke Haller Verteidigungsleistung dicht vor der eigenen Goalline im German Bowl XLI ihren Anteil.

 

Eine Kategorie gibt es, in der die Deutschen Vizemeister das Schlusslicht sind: Die Strafyards der Gegner. Im Schnitt profitierten die Unicorns nur mit 47,9 Yards Raumgewinn pro Spiel von gegnerischen Regelverstößen (Spitzenwert: 92,2). Diese Zahl kann man allerdings auch so interpretieren, dass die Unicorns 2019 das GFL-Team waren, das seine Gegner am wenigsten zu Fouls provoziert hat. Im Sinne des Fairplay können die Haller deshalb gut mit dieser roten Laterne leben.

   
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