Der erwartet unangenehme Gegner empfing die Schwäbisch Hall Unicorns am Sonntag in Marburg. Die Mercenaries forderten den Hallern einiges ab, mussten sich am Ende aber beim 45. Sieg der Unicorns in Folge mit 36:42 geschlagen geben.

 

„Das ist die beste Offense, der wir in diesem Jahr bislang gegenüberstehen werden“, sagte Halls Head Coach Jordan Neuman bereits vor dem Spiel. Er sollte Recht behalten, denn der überragende Marburger Quarterback Jakeb Sullivan führte den Mercenaries-Angriff am Sonntag zu 36 Punkten. So viele konnte in diesem Jahr noch kein anderes Team gegen die amtierenden Deutschen Meister aus Hall erzielen.

 

Allerdings dauerte es lange, bis die Marburger die Haller Defense in Bedrängnis bringen konnten. Im ersten Viertel waren es nämlich die Haller, die das Geschehen auf dem Feld bestimmten und mit drei Touchdowns die Grundlage für ihren späteren Auswärtserfolg legten. Maurice Schüle legte mit seinem 13-Yard-Lauf zum 7:0 vor und wenig später tat es ihm Joshua Haas über zwei Yards zum 14:0 gleich (beide PAT Tim Stadelmayr). Kurz darauf pflückte Goran Zec einen Sullivan-Pass aus der Luft und brachte ihn über 30 Yards zum 21:0 (PAT Stadelmayr) für Hall in die Marburger Endzone zurück.

 

Erst jetzt fasste die Offense der Gastgeber Tritt. Jakeb Sullivan erzielte mit einem 2-Yard-Lauf seinen ersten von vier Touchdowns und verkürzte damit auf 7:21 (PAT Kristof Szakacs). Samuel Shannon konnte zwar mit einem 5-Yard-Lauf zum 7:28 (PAT Stadelmayr) den alten Abstand wieder herstellen, kurz vor der Pause war es aber erneut Sullivan, der den 14:28-Halbzeitstand (PAT Szakacs) markierte.

 

Die Unicorns starteten zuversichtlich in die zweite Hälfte, mussten den Ball aber kurz nach dem Marburger Kickoff wieder per Befreiungskick abgeben. Goran Zec gelang nun zwar seine zweite Interception an diesem Tag, doch die Haller Offense konnte auch die zweite Chance nach der Pause nicht nutzen. Marburg tat es Zec gleich und fing einen von der 3-Yard-Linie geworfenen Clark-Pass ab. Marburg nutzte diesen Ballbesitz besser und rückte mit Sullivans drittem Touchdown zum 21:28 (PAT Szakacs) noch näher an die Haller heran.

 

„Unsere Offense spielte solide und zeigte heute wenig spektakuläres“, sollte Jordan Neuman später sagen und hatte bei dem „wenig“ wohl auch den 55-Yard-Pass von Jadrian Clark auf Nate Robitaille im Kopf. Dieser Pass sorgte für das in dieser Spielphase wichtige 21:34, mit dem die Unicorns ihre Gastgeber wieder auf Abstand halten konnten. Jakeb Sullivan ließ sich davon aber nicht beeindrucken. Mit seinem vierten Touchdown brachte er sein Team beim 28:34 (PAT Szakacs) auf nur sechs Punkte an die Haller heran.

 

Danach wechselte man zum letzten Mal die Seiten und man merkte der ersatzgeschwächten Unicorns-Defense an, dass ihr die Marburger Spielweise bei hochsommerlichen Temperaturen die Kräfte raubten. Der Mercenaries-Mix aus Läufen und kurzen Pässen sorgte dafür, dass die Hessen am Sonntag mehr als 80 Spielzüge produzierten und die Unicorns damit müde spielten. Dennoch waren es die Haller, die im letzten Viertel ihren Vorsprung wieder auf 14 Punkte ausbauen konnten. Jadrian Clark drang in die Marburger Endzone ein und bediente im Extrapunktversuch Joshua Haas mit einem Pass zum 28:42.

 

Eine Minute vor Spielende gelang Jakeb Sullivan dann ein 10-Yard-Pass auf Philip Eichhorn und ein Conversion-Pass auf Hendrik Schwarz stellte das 36:42 her. Die Spannung erreichte nun ihren Höhepunkt, denn mit einem gelungenen Onside-Kick hätten die Marburger die Chance bekommen, das Spiel in der letzten Minute noch zu drehen. Ein aufmerksamer Andre Feuerherdt sicherte aber den kurzen Kickoff der Mercenaries und Hall konnte in Ballbesitz die Zeit auslaufen lassen.

 

„Das war heute genau das harte Stück Arbeit, mit dem wir gerechnet hatten“, sagte Jordan Neuman nach dem Spiel und lobte besonders die beiden Offense-Line-Spieler Lukas Immel und Neuzugang Domenico Carroli. Carroli hatte erst zwei Trainingseinheiten bei den Unicorns absolviert und musste nach der sehr frühen Verletzung von Francesco Fanti fast das gesamte Spiel für ihn einspringen. „Ich bin sehr froh, dass wir das Spiel gewonnen haben und ich gehe davon aus, dass Marburg in den Playoffs auf sich aufmerksam machen wird.“

 

Die Punkte für Hall erzielten: Maurice Schüle (6), Tim Stadelmayr (4), Joshua Haas (8), Goran Zec (6), Samuel Shannon (6), Nataniel Robitaille (6) und Jadrian Clark (6).

 

Viertelergebnisse: 0:21 / 14:7 / 14:6 / 8:8 / Final: 36:42

 

Alle Punkte:

0:7 – Maurice Schüle – 13-Yard-Lauf (PAT Tim Stadelmayr)

0:14 – Joshua Haas – 2-Yard-Lauf (PAT Tim Stadelmayr)

0:21 – Goran Zec – 30-Yard Pass-Interception-Return (PAT Tim Stadelmayr)

7:21 – Jakeb Sullivan – 2-Yard-Lauf (PAT Kristof Szakacs)

7:28 – Samuel Shannon – 5-Yard-Lauf (PAT Tim Stadelmayr)

14:28 – Jakeb Sullivan – 4-Yard-Lauf (PAT Kristof Szakacs)

21:28 – Jakeb Sullivan – 3-Yard-Lauf (PAT Kristof Szakacs)

21:34 – Nataniel Robitaille – 55 Yard-Pass von Jadrian Clark (PAT failed)

28:34 – Jakeb Sullivan – 36-Yard-Lauf (PAT Kristof Szakacs)

28:42 – Jadrian Clark – 1-Yard-Lauf (CON Joshua Haas)

36:42 – Philip Eichhorn - 10-Yard-Pass von Jakeb Sullivan (CON Hendrik Schwarz)

   
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