Mit 18:14 gewannen die Schwäbisch Hall Unicorns am Samstag beim Sparkasse Gameday im Haller OPTIMA Sportpark gegen ihre Verfolger Samsung Frankfurt Universe. Sie blieben damit auch im elften Spiel ohne Niederlage und haben nun ein beruhigendes Polster für das Restprogramm vor den Playoffs.

 

3.023 Zuschauer kamen am Samstag in den OPTIMA Sportpark um sich ein Footballspiel anzuschauen - so viele wie noch nie in den 34 Jahren Footballgeschichte in Schwäbisch Hall. Und die Partie hielt, was sie als Spitzenspiel der GFL-Süd versprochen hatte: Zwei starke Teams schenkten sich im Kampf um den Südtitel über zweieinhalb Stunden lang nichts, zeigten phasenweise Spitzenfootball und sorgten für ein bis zum Schluss spannendes Spiel.

 

Dass Frankfurt über die derzeit beste Defense in der GFL-Süd verfügt war bekannt. Die Gäste demonstrierten diese Stärke am Samstag besonders in der ersten Halbzeit. Die Haller Offense bekam vor der Pause kaum einen Fuß auf den Boden und auch ihr Spielmacher Marco Ehrenfried machte nicht den Eindruck, dass er sein Team an diesem Tag zu einem Erfolg führen könnte. Zweimal mussten die Haller den Ball dem Gegner per Befreiungskick überlassen, gleich dreimal wurde ein Ehrenfried-Pass von den Universe-Verteidigern abgefangen.

 

Das einzige echte Highlight der am Samstag insbesondere auf den Line-Positionen geschwächten Unicorns-Offense war in der ersten Hälfte ein 49-Yard-Pass von Ehrenfried auf Tyler Rutenbeck Anfang des zweiten Viertels, der die TSGler an die Frankfurter 8-Yard-Linie brachte. In der Folge vergab man aber die Chance in Führung zu gehen und musste mit einem 25-Yard-Fieldgoal von Tim Stadelmayer zum 5:7 vorlieb nehmen.

 

In Führung waren die Hessen bereits in der fünften Spielminute durch ihren Quarterback Jaleel Awini (PAT Andre Feuerherdt) gegangen, der das 7:0 per 3-Yard-Lauf erzielte. Kurz nach dem Seitenwechsel zum zweiten Viertel schenkte Frankfurt den Hallern allerdings zwei Punkte: Ihrem besten Angriffsspieler Silas Nacita unterlief der Fehler, einen illegalen Pass aus der eigenen Endzone heraus zu werfen. Dies wird als Safety und mit zwei Punkten für den Gegner gewertet.

 

Es war der Haller Defense zu verdanken, dass Frankfurt in der ersten Hälfte nicht noch weiter enteilen konnte. Von Awinis Läufen durch die Mitte ließen sich die Unicorns zwar sehr oft hinters Licht führen, leichtes Spiel hatte die Universe-Offense aber nicht. Siebenmal waren sie vor der Pause in Ballbesitz und nur zweimal endeten ihre Bemühungen in der Haller Endzone. Einmal konnte Bruno Michitti einen hessischen Punkterfolg per Interception vereiteln. Ihren zweiten Touchdown erzielten die Gäste mit einem 33-Yard-Pass von Awini auf Nacita, der sich gegen drei Haller Verteidiger durchsetzen und das 14:5 (PAT Feuerherdt) herstellen konnte.

 

In der zweiten Hälfte konnte man dann aber den Eindruck gewinnen, dass die Teams in den Kabinen des Sportparks ihre Rollen getauscht haben. Selbstbewusst kam die Haller Offense auf das Feld und mit Kurzpässen auf die Flanken zog man die Universe-Defense auseinander. So ergaben sich nun auch mehr Möglichkeiten für das in der ersten Hälfte völlig abgemeldete Haller Laufspiel über die Runningbacks Danny Washington und Maurice Schüle. Vier Minuten waren nach dem Wiederanpfiff gespielt, als Ehrenfried Joseph Joyner zum 12:14-Anschluss-Touchdown (PAT Stadelamayr) bediente.

 

Obwohl sie noch immer in Rückstand lagen, war das Momentum nun klar auf der Seite der Unicorns. Das nutzten sie vier Minuten später als Daniel McCray einen Awini-Pass abfangen konnte und kurz darauf Marco Ehrenfried Tyler Rutenbeck über 43 Yards zum 18:14 bediente.

 

Erstmals an diesem Tag in Führung gekommen, machte sich Hall prompt daran, Ball und Uhr zu kontrollieren. Man bemühte sich im Angriff so viel Zeit wie möglich von der Spieluhr zu nehmen. Weiterhin Verlass war im Schlussviertel auf die Unicorns-Defense, deren Highlight in Nik Alfieris Interception bestand, mit der er eine erneute Universe-Führung verhindern konnte.

 

„Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen“, sagte Frankfurts Head Coach Markus Grahn nach dem Spiel. „In den zehn Jahren, in denen ich hier arbeite, war das das härteste Spiel, das wir gespielt haben. Wir werden diese Erfahrung mitnehmen und darauf aufbauen.“

 

„Frankfurts Gameplan hat es uns sehr schwer gemacht“, meinte Halls Cheftrainer Jordan Neuman im Rückblick auf das spannende Spiel. „In der zweiten Halbzeit konnten wir uns besser darauf einstellen. Unter dem Strich haben wir ein Spiel auf hohem Niveau mit zwei sehr starken Verteidigungen gesehen und ich bin froh, dass wir es am Ende auch gewinnen konnten.“

 

Die Unicorns führen die Tabelle der GFL-Süd weiterhin ungeschlagen an. Sie haben nun vier Punkte Abstand zum Verfolger Frankfurt, was für die drei ausstehenden Punktspiele ein gutes Polster darstellt. Die nächste Aufgabe für die Haller wartet am kommenden Samstag in Ingolstadt.

 

Die Punkte für Hall erzielten: Tim Stadelmayr (4), Joseph Joyner (6), Tyler Rutenbeck (6) und Frankfurt Universe (2).

 

Zuschauer: 3.023

 

Viertelergebnisse: 0:7 / 5:7 / 13:0 / 0:0 / Final: 18:14

 

Alle Punkte:

0:7 – Jaleel Awini – 3-Yard-Lauf (PAT Andre Feuerherdt)

2:7 – Frankfurt Universe – Safety durch Strafe in der eigenen Endzone

5:7 – Tim Stadelmayr – 25-Yard-Fieldgoal

5:14 – Silas Nacita – 33-Yard-Pass von Jaleel Awini (PAT Andre Feuerherdt)

12:14 – Joseph Joyner – 2-Yard-Pass von Marco Ehrenfried (PAT Tim Stadelmayr)

18:14 – Tyler Rutenbeck – 43-Yard-Pass von Marco Ehrenfried (PAT blocked)